Selbstverständnis des Kulturatlas Bayern und der Stiftung Kulturzukunft Bayern

Dieses Selbstverständnis beschreibt die Haltung der Stiftung Kulturzukunft Bayern als Trägerin des Kulturatlas Bayern. Der Kulturatlas Bayern ist das erste operative Projekt der Stiftung und spiegelt diese Haltung in seiner konkreten Ausgestaltung, seinen Funktionen und seiner Arbeitsweise wider.

1. Haltung, Verantwortung und Auftrag

Der Kulturatlas Bayern ist ein Projekt der Stiftung Kulturzukunft Bayern. Die Stiftung Kulturzukunft Bayern ist überparteilich und unabhängig. Diese Überparteilichkeit und Unabhängigkeit gelten ebenso für den Kulturatlas Bayern als ihr Projekt. Sie sind keiner Partei verpflichtet und verfolgen keine parteipolitischen Interessen. Ihr Handeln orientiert sich allein am Ziel, die kulturelle Vielfalt Bayerns zu stärken und die Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur nachhaltig zu verbessern.

Die Stiftung versteht sich als Vermittlerin und Bindeglied zwischen Kultursektor, Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Sie setzt sich dafür ein, dass Kultur als zentraler Bestandteil gesellschaftlicher Entwicklung wahr- und ernstgenommen wird. Dabei versteht sie sich nicht als steuernde Instanz, sondern als ermöglichende Akteurin, die Austausch, Orientierung und Zusammenarbeit unterstützt.

Hinter diesem Engagement steht ein breites Netzwerk aus Menschen, die sich aus Überzeugung und Verantwortung für die Kultur in Bayern einsetzen. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich, getragen von der Idee, mit dem Kulturatlas Bayern eine Infrastruktur zu schaffen, die dem Gemeinwohl dient und langfristig den kulturellen Zusammenhalt stärkt. Auch beratende Gremien und begleitende Expert*innen bringen sich überwiegend ehrenamtlich ein.

Die Stiftung bringt mit ihren Projekten wie dem Kulturatlas Bayern Akteurinnen und Akteure aus allen Bereichen an einen Tisch, initiiert Dialoge und gestaltet Formate, die Brücken bauen – zwischen Praxis und Politik, zwischen Stadt und Land, zwischen Institution und freier Szene.

Veranstaltungen, Projekte, Publikationen und Impulse der Stiftung dienen einem gemeinsamen Ziel: das Verständnis für die Bedeutung von Kultur zu vertiefen, Orientierung für kulturpolitische Fragestellungen zu bieten, gesellschaftliche Verantwortung zu stärken und die Zukunftsfähigkeit der bayerischen Kulturlandschaft zu sichern.

2. Sprache, Vielfalt und Inklusion

Der Kulturatlas Bayern steht für Offenheit, Vielfalt und den respektvollen Umgang miteinander, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Lebensweise oder kulturellem Kontext. In der Frage einer geschlechtergerechten Ansprache haben wir uns dazu entschieden, entweder beide Geschlechter anzusprechen oder eine neutrale Ansprache zu verwenden. Wenn dies nicht möglich ist, gendern wir mit „*“ und sehen darin alle inkludiert. Uns ist bewusst, dass Themen wie geschlechtergerechte Sprache unterschiedlich wahrgenommen werden und teils kontrovers diskutiert sind.

Diese Vorgehensweise ist kein politisches Statement, sondern Ausdruck unseres Bemühens, Sprache als verbindendes Werkzeug zu nutzen. Ziel ist es, allen Menschen im Kulturleben Bayerns Sichtbarkeit und Zugehörigkeit zu ermöglichen, unabhängig davon, wie sie sich selbst verorten oder benennen.

Der Kulturatlas versteht sich als Einladung zum Dialog. Diskriminierende, ausgrenzende oder menschenverachtende Inhalte haben im Kulturatlas keinen Platz.

3. Barrierefreiheit und Teilhabe

Kulturelle Teilhabe beginnt beim Zugang. Im Kulturatlas Bayern legen wir großen Wert auf barrierearme Gestaltung, klare Sprache und eine inklusive Nutzerführung. Der Kulturatlas richtet sich an alle Kulturakteurinnen und -akteure, die das öffentlich zugängliche kulturelle Angebot in Bayern mitgestalten, unabhängig von Alter, Sprache, technischer Erfahrung oder körperlichen Voraussetzungen.

Bereits bei der Entwicklung des Kulturatlas wurde darauf geachtet, Hürden zu reduzieren und eine digitale Umgebung zu schaffen, die Offenheit und Vielfalt ermöglicht. Inklusion verstehen wir nicht als Zusatz, sondern als selbstverständlichen Teil unserer Arbeit.

4. Der Kulturatlas als Netzwerk der Netzwerke

Der Kulturatlas Bayern versteht sich als Netzwerk der Netzwerke. Er macht sichtbar, was bereits besteht, und stärkt die Verbindungen zwischen Kulturschaffenden, Institutionen, Initiativen und Regionen. Der Kulturatlas ersetzt keine bestehenden Netzwerke, Verbände oder Plattformen, sondern versteht sich ausdrücklich als ergänzende, übergreifende Infrastruktur.

Netzwerken bedeutet für uns, Wissen zu teilen, Synergien zu schaffen und voneinander zu lernen. Die kulturelle Arbeit ist zunehmend geprägt von knapper werdenden Ressourcen. Hier schafft der Kulturatlas eine verlässliche Infrastruktur, die Austausch, Kooperation und Sichtbarkeit fördert.

Wir glauben, dass Vernetzung Innovation ermöglicht und Gemeinschaft stärkt. Auf diese Weise entsteht ein lebendiges kulturelles Ökosystem, das den Zusammenhalt fördert und die Zukunftsfähigkeit der bayerischen Kultur sichert.

5. Datenerhebung und Datenschutz

Damit der Kulturatlas Bayern Vernetzung und Orientierung ermöglichen kann, braucht er eine solide Datenbasis. Dabei verstehen wir Datenerhebung nicht als Selbstzweck, sondern als gemeinschaftliches Werkzeug. Kulturakteurinnen und Akteure können ihre eigenen Daten im Kulturatlas pflegen, aktualisieren und für ihre Arbeit nutzen, um Kooperationen zu finden, Fördermöglichkeiten zu entdecken und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Sie entscheiden jederzeit selbst, welche Informationen öffentlich sichtbar sind.

Wir glauben daran, dass der bewusste und verantwortungsvolle Umgang mit Daten entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Kultursektors ist. Der Kulturatlas stellt dafür eine sichere, transparente und gemeinwohlorientierte Infrastruktur bereit: Alle Informationen werden DSGVO-konform verarbeitet, nicht an Dritte weitergegeben und ausschließlich in kumulierter bzw. anonymisierter Form ausgewertet. Vertrauen und Datensicherheit sind die Grundlage unseres Handelns.

6. Unabhängigkeit und Finanzierung

Der Kulturatlas Bayern stellt eine kostenlose, öffentliche Infrastruktur für Kulturakteurinnen und -akteure bereit. Die Finanzierung erfolgt zu einem kleinen Teil aus Fraktionsreserven des Bayerischen Landtags, zu einem deutlich größeren Teil aus privaten Stiftungsmitteln.

Diese Struktur gewährleistet Unabhängigkeit, Transparenz und Gemeinwohlorientierung. Sie ermöglicht es uns, langfristig, verlässlich und überparteilich im Dienst der Kultur und der Menschen und Organisationen zu handeln, die sie gestalten.